Der römische Principat ist eine der spannendsten Herrschaftsformen in der Geschichte, weil er ganz unterschiedliche Aspekte vereint. Augustus propagierte nach dem Sieg im Bürgerkrieg die "Wiederherstellung der Republik"; faktisch aber begründete er eine auf das Heer gestützte Monarchie. Jedoch mußten vor allem seine Nachfolger ihre Befähigung als erster Mann im Staat gegenüber unterschiedlichen Sektoren der römischen Gesellschaft immer wieder unter Beweis stellen und damit ihren Führungsanspruch plausibilisieren. Eine wichtige Gruppe stellte dabei die Bevölkerung der Hauptstadt dar; eine zweite waren die römischen Legionäre. Und ohne die Kooperation der sozialen Eliten, der lokalen Magnaten, der Senatoren und Ritter, wäre das Reich schlicht nicht regierbar gewesen.
In der Lehrveranstaltung soll dieses poltische System daher auf unterschiedlichen Ebenen analysiert werden. Welche materiellen und ideellen Ressoucen standen dem jeweiligen Princeps zur Verfügung, wie kommunizierte er mit den unterschiedlichen Teilen des Reichs, welche (neuen) Herrschaftstechniken kamen zur Anwendung, um Herrschaft auf Dauer zu stellen? Kurz: Wie und warum funktionierte diese sehr eigenartige Herrschaftsform überhaupt?
- المعلم: Christian Reitzenstein-Ronning