Heutzutage sind wir uns in ungekanntem Ausmaß darüber im Klaren, dass sich Gesellschaften stets in Abgrenzung von anderen definieren. Dies gilt insbesondere auch für vormoderne Gesellschaften und wird dort besonders interessant, wo wir große Wertekontinuitäten zwischen damals und heute vermuten mögen. Ein Beispiel für einen solchen Fall ist das klassische Athen, berühmt als Wiege der Demokratie und westlicher Kultur.

Der Basiskurs setzt sich zum Ziel, eine Einführung in die Geschichte des klassischen Athens (Schwerpunkt auf dem 5.-4. Jh. v. Chr.) zu bieten, die anhand der Marginalgruppen und Gegenbilder dieser Gesellschaft orientiert ist. Neben großen politischen Gegnern wie Sparta, dem Achämenidenreich oder Theben, wird es dabei auch um soziale Gruppen wie Frauen & Kinder, Sklaven, Metöken (ansässige Fremde), sowie um konzeptuelle Figuren wie den Barbaren, den Tyrannen, den Oligarchen, die Hetäre (eine Art ‚Escortgirl‘), den Philosophen und das Monster gehen.