Am 19.10.2019 versuchte ein aus dem rechtsextremen Spektrum stammender Täter, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen und auf die dort aus Anlass des höchsten jüdischen Feiertages versammelte Gemeinde das Feuer zu eröffnen. Als es dem Täter nicht gelang, in das Gotteshaus einzudringen, verließ er das Gelände und erschoss zwei Passanten. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle bedeutet eine tiefe Zäsur für die Juden in Deutschland und verdeutlicht auf drastische Weise die ungebrochene Existenz des Antisemitismus auch 75 Jahre nach dem Holocaust.
Doch Antisemitismus ist kein exklusives Merkmal rechtsextremer Kreise, sondern ist an viele Ideologien und Weltanschauungen anschlussfähig. Unter Linksextremisten über Islamisten und bis hinein ins bürgerliche Lager finden sich antisemitische Denkmuster. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu erhitzten Debatten über Wesen und Definition des Phänomens, insbesondere um den sogenannten Israel-bezogenen Antisemitismus. In der Übung beschäftigen wir uns mit verschiedenen Beispielen von Judenfeindschaft nach dem Holocaust in Europa und dem Nahen Osten sowie mit der Debatte um die Definition und Einhegung dieser Phänomene.
Prüfungsformen im BA, MA und mod. LA: ES
Werner Bermann: Geschichte des Antisemitismus, München 2016.
Helga Embacher, Bernadette Edtmaier, Alexandra Preitschkopf: Antisemitismus im 21. Jahrhundert. Fallbeispiele eines globalen Phänomens im 21. Jahrhundert, Wien 2019.
Moshe Zuckermann (Hrsg.): Antisemitismus, Antizionismus, Israelkritik. Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, Göttingen 2005.

- Teacher: Daniel Mahla