Wie kaum ein anderes Phänomen haben Doppelwahlen und Absetzungen das
Wissen um den rechtlichen und gesellschaftlichen Stellenwert von
Monarchien geschärft. Wurden zwei Konkurrenten zum König gewählt, so
stellte sich stets die Frage, wer von beiden der rechtmäßige König war
und welche Faktoren über diese Rechtmäßigkeit entschieden: War es die
Anzahl oder die Qualität der Wähler? Der Ort der Wahl? Eine spezielle
rechtliche Bestätigung? In abgewandelter Form stellten sich diese Fragen
auch, wenn die Herrschaft eines Königs Kritik hervorrief: Durfte man
einen König absetzen, und wenn ja: wer und wie?? Wie konnte diese
Einschränkung der königlichen Macht begründet werden? Anhand
ausgewählter Beispiele werden Zustandekommen, rechtliche Verfahren und
Legitimationsstrategien bei Doppelwahlen und Absetzungen im
spätmittelalterlichen Europa untersucht.

- Trainer/in: Julia Burkhardt