Das
Achämenidenreich gehört zu den dynamischsten Forschungsfeldern der Alten
Geschichte: War dieses antike Großreich bis ins 19. Jahrhundert hinein nur mehr
fast ausschließlich durch die Bibel und die Werke griechischer Historiker (u.a.
Herodot und Xenophon) als Nachfolger des Babylonischen Reichs und Antagonist
der Griechen bekannt gewesen, so ist es durch die Entzifferung der Keilschrift
und weiterer antiker Schriftsysteme sowie die folgende Erschließung der
zugehörigen Sprachen und Textcorpora möglich geworden, sich ihm auch aus einer
emischen Perspektive heraus anzunähern. In den vergangenen Jahrzehnten ist
dabei vor allem die große Bedeutung der verschiedenen Völker und Kulturen, die
im Lauf der Zeit in das Reich integriert wurden, für dessen politische und
administrative Strukturen sowie seine (multi-)kulturelle Prägung deutlich
geworden. Parallel zur geschichtlichen Entwicklung sollen diese Phänomene
anhand von aussagekräftigen Quellen genauer untersucht werden.
- Trainer/in: Alexa Bartelmus