Wie zahlreiche andere Territorien des Reiches befand sich auch das
Herzogtum Bayern in der Mitte des 16. Jahrhunderts in einer tiefen
Bildungskrise. Der bayerische Herzog, der sich in erster Linie für die
Verbesserung der Situation im höheren Bildungswesen verantwortlich
fühlte, setzte den von ihm und seinen Beratern als dringend notwendig
empfundenen Reformprozess mit Hilfe des neugegründeten Jesuitenordens in
Gang. Die Jesuiten prägten von da an und bis zu ihrer Auflösung im Jahr
1773 den sekundären und tertiären Bildungssektor. Der
Primarschulbereich wiederum unterstand vor allem Städten und Klöstern.
Die Übung beschäftigt sich zum einen mit der Organisation, den Trägern
des Bildungswesens und den vielfältigen Veränderungen vom
Spätmittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Darüber hinaus werden
Bildungsinhalte erarbeitet, der jesuitische Lehrplan der „Ratio
studiorum“ analysiert und nach Lehr- und Lernkonzepten gefragt.
- Trainer/in: Elisabeth Heistinger
- Trainer/in: Hannelore Putz